Vergabeplattform Rheinland-Pfalz
Projekt-URL: https://landesverwaltung.vergabe.rlp.de/VMPSatellite/public/company/project/CXPDYD8YKWC
Auftraggeber / Ausschreibende Stelle: Unimedizin der Johannes-Gutenberg Universität Mainz
Ausschreibungs-ID: CXPDYD8YKWC
Auftragsgegenstand:
Die Universitätsmedizin Mainz (UM Mainz) ist als einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz zentraler Garant für die Patientenversorgung. Mit mehr als 60 Kliniken, Instituten und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten, wird sichergestellt, dass jährlich tausende Patienten stationär und ambulant eine zielgerichtete und punktgenaue medizinische Versorgung auf höchstem Niveau erhalten. Mit seiner engen Verzahnung der hochspezialisierten Patientenversorgung sowie von Forschung und Lehre auch im internationalen Kontext kommt der UM Mainz ein in Deutschland herausragender Standortcharakter zu.
Um die Versorgungssicherheit auf dem fachtechnisch und organisatorisch anspruchsvollen Niveau weiter aufrecht erhalten zu können, sind regelmäßige Investitionen in die medizinische Infrastruktur erforderlich. Die UM Mainz beabsichtigt vor diesem Hintergrund den Austausch einer monoplanen Angiographieanlage im Raum E.119 im Erdgeschoss von Gebäude 605.
In der Kardiologie im Gebäude 605 der Universitätsmedizin Mainz (im Folgenden: "UM") muss die bestehende Angiographieanlage ausgetauscht werden. Das aktuelle Gerät "Azurion 7 M20" der Philips GmbH ist seit Ende 2025 "end of service". Da es am Markt nur noch sehr wenige Ersatzteile gibt, droht fortlaufend die Stilllegung. Aktuell gibt es in der Radiologie (Gebäude 505) eine weitere Angiographieanlage, auf die im Notfall zurückgegriffen werden kann. Doch auch diese Anlage ist seit ungefähr einem Jahr "end of life" und "end of service", so dass ebenfalls die Gefahr eines kurzfristigen Ausfalls besteht und damit die erforderliche Redundanz nicht mehr gegeben ist. In diesem Fall wäre die Patientenversorgung nicht mehr sichergestellt. Erschwerend kommt hinzu, dass ebenso wenig auf die Angiographieanlage der Neuroradiologie verlässlich in möglichen Ausfallsituationen zurückgegriffen werden kann. Denn auch diese Anlage wird zum Jahresende "end of service" sein. Deshalb ist ein kurzfristiger Austausch der Anlage im Gebäude 605 erforderlich. Auftragsgegenstand ist somit die Lieferung der Anlage inklusive der erforderlichen Bauleistungen. Dabei wird das Gerät fest in den Raum über eine Bodenplatte und Deckenaufhängung eingebaut. Ebenso wird die Anlage in die technische Gebäudeausrüstung ein-gebunden, um die geforderte Kühlung, Klimatisierung und Stromversorgung zu gewährleisten.
Die Angiographieanlage im Gebäude 605 befindet sich in einem Raum, der als Rein-raumklasse 1A nach der damals gültigen DIN 1946-4 klassifiziert ist. Dies ist die höchste Klasse, die erzielt werden kann. Um diese Klassifizierung nicht zu verlieren, ist es beim Austausch der bestehenden Anlage erforderlich, im Wege der "minimal change"-Technik vorzugehen. Dies bedeutet, dass die baulichen Gegebenheiten in dem Raum nicht wesentlich verändert werden dürfen. Andernfalls droht eine vollständige Renovierung des Raums, um die Reinraum-Klassifizierung erneut erreichen zu können. Denn nur bei der "minimal change"-Technik kommt es zu keinen Veränderungen der Luftströmungen im Raum, so dass lediglich eine wiederkehrende Prüfung der Raumklasse notwendig wird. Ansonsten wäre eine komplette Neuzertifizierung als 1A-Raum gemäß der aktuell geltenden DIN EN ISO 14644-1 durchzuführen. Dies setzt erhebliche Umbaumaßnahmen voraus. Insbesondere müsste die Be- und Entlüftung des Raumes neu aufgebaut werden, was nahezu eine Entkernung des Raumes mit sich bringt. Dies hätte zur Folge, dass sich der finanzielle Aufwand der Baumaßnahme deutlich erhöht und sich darüber hinaus der Bauzeitenplan und damit die Nichtnutzungszeit des elementaren Arbeitsplatzes voraussichtlich mehr als verdoppelt.
Um die bestehende Klassifizierung zu erhalten, ist es deshalb notwendig, die bestehende Anlage durch ein Nachfolgemodell zu ersetzen. Denn nur hierdurch ist sichergestellt, dass lediglich minimale bauliche Eingriffe in dem Raum erforderlich sind.
Die UM hat deshalb bei der Philips GmbH ein Angebot über das Nachfolgemodell "Azurion 7 C20" eingeholt. Dieses Angebot vom 11. August 2026 umfasst Lieferung und Einbau des neuen Modells samt Sachverständigenabnahme und RLT-Wiederholungsmessung sowie Demontage und Entsorgung des Altsystems.